Buchtipp
Krimi


"Der fünfte Schatten"

Jürgen Petschull




Verlag Osburg
2010
352 Seiten
19,95 Euro



Buchtipp von
Gabi von Alemann


Jürgen Petschull

*1942 Berlin, Reporter, Autor, lebt bei Bremen



3804

"Der fünfte Schatten"

Jürgen Petschull


Norddeutschland im Jahr 1993: Wer gerne Golf spielt, wird an diesem Buch seine helle Freude haben. Denn auf und neben einem großen Golfplatz spielen sich die zentralen Ereignisse dieses Thrillers mit historischen Bezügen ab. 1945, in den letzten Kriegstagen, stürzte dort ein US-Bomber ab. Gab es Überlebende? Und nun, 1993, werden bei der Erweiterung des Golfplatzes auf 27 Löcher Wrackteile des Flugzeugs entdeckt. Und wenig später findet man ganz in der Nähe die Leiche des Baumschulenbesitzers Elvers: ein alter Freund des Hamburger Großverlegers Malte von Mellin.


Großverlag mit Schloss und Golfplatz

Dieser plant Umstrukturierungen in seinem Zeitungsimperium, auch ein Geschäft mit einem US-Medienkonzern ist in Vorbereitung. Mellins Tochter Irma, die zentral in die Leitung des Hauses eingebunden ist, fällt mehrfach ein seltsamer Mann mit einem „Indianergesicht“ auf, der in ihrer Umgebung herumschleicht. Irma fühlt sich bedroht und ruft ihren früheren Lover Jonas Anders zu Hilfe, einen ehemaligen Enthüllungsjournalisten des Verlags. Der spielt auch gerne Golf – und findet bald heraus, dass der zum Golfplatz gehörende Landsitz des alten Mellin, Schloss Herrensee, in den 30er Jahren ein Nazi-Eliteinternat war...

Spannende Innenansichten

Jürgen Petschulls Roman überzeugt durch seine gute, gründliche Recherche – da erweist sich die langjährige journalistische Berufserfahrung des in Bremen lebenden Autors als ein Pfund, mit dem sich wunderbar wuchern lässt. Lebendige Innenansichten, ob aus dem Verlagshaus oder der Society-Party, ob aus einem Washingtoner Promi-Club oder einem international agierenden Security-Konzern lassen Szenarien lebendig werden, wie man sie in guten Reportagen findet. Ganz zu schweigen vom Flair eines schön angelegten Golfplatzes mit seinen Sandbunkern und Roughs und dem Duft der frisch gemähten Fairways...und dort, soviel darf man verraten, spielt eine der besten Szenen des Buches. Spannend – auch für Nicht-Golfer.

(Gabi von Alemann)