

Goldmann Verlag
2007
Seiten
14,95 Euro
Buchtipp von
Christiane Schwalbe
* 8.12.1964 Solingen,
Germanist, Schriftsteller,
lebt in Köln/Luxemburg
Philosophie schärft den Verstand, trainiert analytische Fähigkeiten und hilft, die großen Fragen der Menschheit zwar nicht vollständig zu klären, sie aber doch intensiv und anregend zu durchleuchten.
Schön gesagt. Aber dazu gehört natürlich die Lust, sich mit Philosophie und Philosophen überhaupt erst einmal zu beschäftigen. Bücher genug gibt es. Also hat Richard David Precht nur eines unter vielen Büchern über Philosophie geschrieben, gleichwohl mit einem besonders hintergründigen Titel?
Auch, aber es ist ein Buch, das anregt und inspiriert und sich vor allem gut und verständlich liest. Seine philosophische Reise beginnt stets mit einer kleinen, oft persönlichen Geschichte und steigt dann ein in die (Un)Tiefen des Bewusstseins und des Unterbewusstseins, des Verstandes, der Moral und der Liebe. Längst Bekanntes wird angereichert mit neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber auch Irrtümer der Vergangenheit werden unter die Lupe genommen.
Die Fortschritte und Grenzen der Hirnforschung, naturwissenschaftliche Grundlagen von Sprache und Gedächtnis, Naturschutz und Reproduktionsmedizin, Freiheit und Eigentum, Besitz und Macht, der Sinn des Lebens - die großen Fragen der Menschheit und ihre derzeitigen Antworten sind hier umfassend, kenntnisreich, klug und immer wieder unterhaltsam aufbereitet.
Es bleibt dennoch ein Sachbuch über die Philosophie, wie ein Roman lässt sich Prechts "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele" natürlich nicht lesen. Aber Kapitel für Kapitel und mit Pausen ist diese philosophische Reise eine höchst anregende Lektüre.
(Christiane Schwalbe)